CH | Wallis: Supertrail-Tour von Crans Montana über Plaine Morte nach Sierre

Diese Supertrail-Tour gehört zu den längsten und schönsten Bike-Touren, die wir in der Schweiz gefahren sind. Atemberaubende Ausblicke, einsame Hochgebirgstäler und technische Single-Trails vom Feinsten sind die Zutaten für eine Tagestour, die jedoch nur bei stabiler Wetterlage in Angriff genommen werden sollte, da während der Tour keine Exit-Möglichkeit z.B. bei einem Gewitter besteht.

 
Start der Tour ist in Crans Montana, dem Panorama-Balkon im Wallis mit Blick vom Simplon bis zum Mont-Blanc an der Talstation der Luftseilbahn Violettes. Preise und detaillierte Infos zu den Télécabine Violettes unter http://www.mycma.ch. (Alternativ kann man auch vom Talgrund in Sierre starten und mit der Standseilbahn hoch nach Crans Montana fahren. Die Bahn fährt halbstündlich und kostet mit Halbtax 6,30 CHF. An der Bergstation der Standseilbahn geht es dann noch 1,2 km leicht bergan bis zur Talstation der Luftseilbahn Violettes). Die Luftseilbahn bringt uns schnell und einfach auf eine Höhe von 2.230 m. Von dort aus geht es entweder mit der oberen Seilbahn weiter zur Bergstation am Plaine Morte-Gletscher (fährt nur bis September) oder über kräftezehrende Schotterpisten in nordöstlicher Richtung durch das Skigebiet hoch zum höchsten Punkt der Tour auf 2.935 m zum Pointe de la Plaine Morte. Nördlich unter dem höchsten Punkt liegt die Gletscherebene vom Plaine Morte Gletscher mit dem Wildstrubel dahinter. Die Aussicht auf die 4000er Walliser Alpenriesen hier oben ist überwältigend.
 
Das erste Ziel der Tour ist die Wildstrubel SAC Hütte. Um die Wildstrubelhütte zu erreichen geht es zuerst auf einem schönen flowigen Singletrail hinunter an den Rand vom Plaine Morte Gletscher. Danach folgt ein Gegenanstieg hoch zur Wisshorelücke, der steil und teilweise stark verblockt ist. Hier heißt es die Zähne zusammen zu beissen und das Bike ca. 20 Minuten hoch tragen. Nach der Wisshorelücke geht es an einer etwas ausgesetzten Stelle erst nochmals zu Fuß über die Gletscherreste des Wildstrubelgletschers und dann auf einem kurzen, schönen Single-Trailstück zur Wildstrubelhütte. Hier öffnet sich ebenfalls wieder ein atemberaubendes Panorama auf die Rawil Hochebene mit den türkis leuchtenden Rawilseen.
 
Ab der Wildstrubelhütte beginnt eine sehr steile Singletrail Abfahrt hinunter zu den Rawilseen. Die Unterlage auf dem Wanderweg ist hier recht kompakt, trotzdem sollte auf ein nicht blockierendes Hinterrad vor allem in den engen Spitzkehren geachtet werden, da die Erosion hier ansonsten den Trail recht schnell unwiderruflich beschädigt. Von den Rawilseen geht es in westlicher Richtung auf dem Wanderweg zum Rawilpass (Col du Rawil) und von dort dann weiter in südlicher Richtung über die Rawil-Hochebene der Alpage du Rawil auf schönsten Singletrail zum Lac de Tseuzier.
 
Nach dem kleinen Bergsee am Ende dieses Flowtrails auf der Rawil Hochebene beginnt die Steilstufe hinunter zur Alp Armeillon auf teilweise ruppigem Singletrail. Nach einem einen kurzen Fels-Tunnel beginnt ein schmaler aber gut fahrbarer Schotterweg, der nur direkt nach dem Felstunnel sehr ausgesetzt ist. Der Schotterweg führt uns mit einigen steilen Spitzkehren entlang der kahlen Felswand schnell und mit High-Speed hinunter zum tiefblau leuchtenden Stausee Lac de Tzeuzier. Unten bei Lourantse wird der Weg flacher. Dort lädt eine urchige Berghütte mit Tipis zum Verweilen bei köstlichem Kuchen.
 
Unmittelbar nach der Tseuzier Staumauer führt ein Schotterweg direkt beim Restaurant links in die Tiefe hinunter zu den Alphütten von Pro du Sex. Dort beginnt in einer Kehre der Wanderweg entlang der Bisse d'Ayent (Bisse sind alte Wasserleitungen, die auch Suonen genannt werden und abenteuerlich in die Bergflanken gehauen wurden) und führt mit teilweise sehr ausgesetzten Stellen, die mit Seilen gesichert sind immer entlang der Felswand in luftiger Höhe über den Talgrund. Vor dem Torrent Croix geht es über die Strasse durch die Schlucht von Torrent Croix und dann sofort nach der Torrent Croix Schlucht wieder nach links ab und auf Singletrail weiter. Bei Luc führt dann nach einem kurzen Asphaltstück ein absoluter Flowtrail hinunter in die Schlucht von La Liène: hier wechseln flowige Abschnitte mit technischen Passagen, Anliegerkurven und High-Speed-Passagen mit Steilstücken - Wahnsinn. Unten am Flusstal beginnt bei der Wasserfassung der Bisse de Clavau ewig langer Singletrail, der immer entlang der aktiven, d.h. wasserführenden Bisse führt. Vor einer senkrechten Felswand bekommt man dann den Eindruck, dass hier Schluss ist und es keinen Meter weitergeht - wäre da nicht ein Loch in der Felswand, das sich als enger Tunnel entpuppt, der sogar beleuchtet ist (beim Tunneleingang Lichtschalter drücken). Hier sind allerdings die breiten Lenker etwas hinderlich, den der Tunnel ist doch sehr eng. Nach endlosen scheinenden Kilometern, endet der Singletrail mitten in den Rebbergen unmittelbar oberhalb von Sion (Sitten).

Unser Fazit: Super-Trail mit über 2.500 Tiefenmetern, dem wir 10 von 10 Punkten geben

Tourguiding: Holger von FLOWMOUNTAIN hat dieses Sahnestück herausgesucht und für uns super geguidet. Flowmountain bietet diese Tour an mehreren Terminen zusammen mit weiteren Traumtouren im Wallis als 4-Tages-Tour an.

Mehr Infos bei:Wallis-Enduro-Camp mit FLOWMOUNTAIN

Infos zur Region: CRANS-MONTANA TOURISMECrans-Montana

 

Bikeshop: Avalanche Pro Shop Dave Albrecht Avalanche Pro Shop Dave Albrecht

 

 

 

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